2) Wenn sie von gelehrten und berühmten Leuten Vorreden erbetteln und diese veranlassen, dass sie darinnen ihre, der Autoren, Gelehrsamkeit und erlangten Ruhm in dieser oder jener Wissenschaft betonen.
3) Wenn sie selbst unter dem Namen eines gelehrten Mannes Vorreden, in denen von ihrer Gelehrsamkeit viel Aufsehen gemacht wird, verfertigen und dies ihren Büchern voranstellen.
4) Wenn sie in ihren Büchern viele und weitläufige Erörterungen oder Ausschweifungen machen und Dinge mit einmischen, die gar nicht zur Sache gehören, nur damit ihnen vom Verleger desto mehr Bogen bezahlet werden.
5) Wenn sie die Bücher der Alten, so sie gut sind, vernichten, das Ihre aber selbst aus denselben nehmen, und sie dies nicht anmerken.
6) Wenn sie aus vielen Bpchern etwas zusammenschreiben und es nachgehend als eigene Erkenntnis ausgeben.
7) Wenn sie Bücher aus Affekten oder um des Genusses willen schreiben und darinnen Leute, welche in keinem guten Rufe stehen noch liebens-würdig sind, besonders herausstreichen, und deren unjustifizierliche Taten zu sehr verteidigen, oder andere ehrliche, wackere Leute verunglimpfen und verkleinern.
8) Wenn sie aus der Bibel, Patribus, Corpore Juris und anderen guten Schriften Beschreibungen herausnehmen, und insbesondere das, was ihrer Hypothese zuwider ist, nach Art des Satans außen vor lassen.
9) Wenn sie nach der Zensur noch andere neue und vedächtige Dinge mit einsetzen und unvermerkt bekannt machen.
10) Wenn sie aus Schriften, nicht allzu bekannt, aus Büchern, aus Archiven Dinge verwenden, die niemals in rerum natura gewesen sind.
11) Wenn sie ihren Büchern, wenn sie nicht gekauft werden, ein neues Mäntelchen umtun und einen neuen Titel geben.
12) Wenn sie in in ihren Vorreden erwähnen, gelehrte oder renommierte Leute, denen sie ihr Manuskript gegeben hätten, sie bestätigt und ermuntert hätten, doch tatsächlich niemand daran gedacht hat, sondern sie allein durch ihre Eigen-Ehre oder Eigen-Nutz dazu bestimmt worden sind.
13) Wenn sie Buch-Händlern ihre Arbeit als etwas recht rares, curieuses und viele Liebhaber findendes Werk herausstreichen, mithin diese zum Verlag beschwätzen, das vermeintlich schöne Werk nichts anderes ist als ein Laden-Hüter und Makulatur.
14) Wenn sie ihre eigene Arbeit als fremde und solche, die aus anderen Sprachen ins Teutsche oder Lateinische übersetzt worden sei, ausgeben, um dadurch den Verkauf mehr zu befördern oder, falls das Buch angefochten wird, dessen Verteidigung enthoben zu sein.
15) Wenn sie den Buch-Händlern schöne Ausschnitte oder Proben von einem unter der Feder befindlichen Werke geben und darauf mit ihnen eine Lieferzeit vereinbaren, hernach aber die bestimmte Zeit nicht einhalten oder das Werk über Hals und Kopf, es mag geraten sein, wie es will, der Probe gmäß sein oder nicht, anfertigen.
16) Wenn sie von ihren in gewisse Abschnitte eingeteilten Schriften einen Teil nach dem anderen heraus zu geben versprechen, hernach aber mit allen oder teils übrigen, welche nicht nicht ausarbeiten mögen oder können, zu Hause bleiben.
17) Wenn sie in ihren Büchern von vielen Arcanis, Künsten und Neuerungen Meldung machen, solche als bewährt und erprobt ausgeben, doch keines in der Probe bestanden hat oder je zu gebrauchen ist.
18) Wenn sie in den Lebens-Beschreibungen die Personen nicht beschreiben, wie sie gewesen sind, sondern nur wie sie hätten sein können.
19) Wenn sie auf den von ihnen herausgegebenen Büchern ihren Namen zu des Nächsten Nachteil verschweigen.
20) Wenn sie eine neue Jahres-Zahl auf das Titelblatt setzen, als das Buch herausgekommen ist.
MITTEL DARWIDER:
1)
Das allerorten die Obrigkeiten durch gewissenhafte und geschickte
Censores die herausgegebenen Schriften genau censiren und auf obig
angeführte Stücke besonders acht haben / damit weder der
Verleger noch Käufer mit solchen nichtswürdigen Papieren
angeführet / auch kein Scriptum ohne beigedruckte Namen des
Censoris oder dessen Obrigkeit an das Tages-Licht gestellet werde.