
WISSENSMANAGEMENT
HEUTE BEGRIFF:
INFORMATION. 1985 hat Neil Postman (in seinem Buch "Wir
amüsieren uns zu Tode - Urteilsbildungen im Zeitalter der
Unterhaltungsindustrie") formuliert:
"
... zum erstenmal in der Geschichte stehen die Menschen vor dem
Problem, daß sie mit Informationen übersättigt sind,
und damit gleichzeitig vor dem anderen Problem, daß sich ihre
soziale und politische Handlungsfähigkeit verringert hat."
Postman
hatte die Innovation des Telegraphen analysiert und herausgefunden:
"Der
Angriff des Telegraphen auf die aus dem Buchdruck erwachsene
Definition von Urteilsbildung hatte drei Stoßrichtungen: Er
verschaffte der Belanglosigkeit, der Handlungsunfähigkeit und
der Zusammenhanglosigkeit Eingang in den Diskurs. Entfesselt wurden
diese bösen Geister des Diskurses dadurch, daß die
Telegraphie der Idee der kontextlosen Information Legitimität
verlieh, also der Vorstellung, daß sich der Wert einer
Information nicht unbedingt an ihrer etwaigen Funktion für das
soziale und politische Entscheiden und Handeln bemißt, sondern
einfach daher rühren kann, daß sie neu, interessant und
merkwürdig ist. Der Telegraph machte aus der Information eine
Ware, ein 'Ding', das man ohne Rücksicht auf seinen Nutzen oder
seine Bedeutung kaufen und verkaufen konnte."
INSTRUMENTELLER
CHARAKTER VON "INFORMATION". Unabhängig davon, wie
richtig oder falsch Postman's Feststellungen waren und welchen Nutzen
sie für die Bewertung der Gegenwart haben, geht W+D von
folgendem aus: "Informationen"
sind neutral. W+D organisiert die Implementation von "Information"
in den jeweiligen Handlungsrahmen der Auftraggeber. Konkret wird aus
der Fülle herausgefiltert, was für jeweilige
Geschäftsprozesse tatsächlich relevant ist (bzw. werden
könnte). Anders formuliert: Aus "Information" wird
"Wissen". Jeder Beteiligte in einer Hierarchie kann dieses
Wissen handhaben. Ein "identischer Sachstand" wird nie
erreichbar sein, dennoch leisten wir viel, einem solchen nahezukommen
(z.B. durch modularen Aufbau von Dokumentationen, Schaffung
spezifischer Instrumente etc.).
VORBEMERKUNG
/ TRÖSTLICHES. Klagen über die "Informationsflut"
sind nicht neu. Wahrscheinlich lassen sich auch aus der Antike
Zeugnisse zu solchen Phänomenen finden (wie immer die auch
ausgesehen haben und welche Wirkung ihnen auch zugemessen worden sein
mag). Wie jegliche Innovation Euphorie verursacht, auf die dann
dysphorischen Stimmungen folgen, ist in unterhaltsamer Weise in
einigen Teilen der Sammlungen auf dieser CD zu sehen.